Freitag
Spiele auf dem Eis und in der Kälte
Nr. 06 Spiele für draußen 4 Min. Lesezeit
Spiele auf dem Eis und in der Kälte: Was Kinder draußen tun, welche Regeln gelten, wie lange gespielt wird und worauf Eltern achten sollten.

Auf dem Eis und in der Kälte spielen Kinder vor allem zwei Dinge: Sie bewegen sich auf einer rutschigen Fläche und sie halten sich dabei warm. Geübt werden Gleichgewicht, Bremsen, Richtungswechsel und das Einschätzen von Kälte und Boden. Mitmachen können Gruppen von vier bis zwölf Kindern, ab etwa fünf Jahren, sobald eine Aufsichtsperson dabei ist.
Was ein Kind beim Eisspiel tut
Ein Kind steht auf Kufen oder in rutschfesten Schuhen auf einer gefrorenen Fläche. Es schiebt sich ab, gleitet, bremst und wechselt die Richtung. Bei den Spielen unten kommt eine Aufgabe dazu: ein Ziel treffen, einem Fänger ausweichen, einen Gegenstand übergeben. Das Kind übt dabei Körperspannung, Fußarbeit und das Fallen ohne Stocken. Es lernt außerdem, Abstand zu anderen zu halten, weil auf dem Eis Zusammenstöße schnell passieren.
Wer zum ersten Mal auf dem Eis steht, braucht keine Kunststücke. Ein Kind, das sich sicher an der Bande entlangbewegt, kann bei fast allen Spielen mitmachen. Für Familien, die diesen Weg von der ersten Schlittschuhstunde bis zu Kursen und Prüfungen mitverfolgen wollen, hält der französischsprachige Eislauf-Blog rund um Plessisville in Québec Hinweise zu Eislaufkursen und Programmen bereit, von der Anfängergruppe bis zum Wettkampf. Für die Spiele hier genügt eine glatte Fläche, auf der niemand ohne Aufsicht allein läuft.
Welche Spiele eignen sich für draußen?
Schlittschuh-Fangen. Ein Kind ist Fänger, alle anderen gleiten weg. Wer gefangen wird, setzt sich an den Rand und ist beim nächsten Durchgang Fänger. Gespielt wird auf einem abgesteckten Feld von etwa zehn mal zehn Metern, damit niemand in den freien Bereich läuft. Dauer: zehn bis fünfzehn Minuten, dann Pause.
Eisstockschießen für Kinder. Zwei Mannschaften zu je drei Kindern schieben einen flachen Stein oder einen gefüllten Plastikbehälter über das Eis auf ein Ziel. Gezählt wird, wer näher am Ziel liegt. Das Spiel dauert etwa zwanzig Minuten und braucht keine Kufen, nur rutschfeste Schuhe.
Schneeball-Zielwurf. An einer Wand oder einem Zaun hängen drei Kreise aus Pappe in verschiedenen Größen. Aus drei Metern Entfernung werfen die Kinder Schneebälle. Jeder Treffer zählt einen Punkt, der kleine Kreis drei. Zwanzig Würfe pro Kind, danach werden die Hände warm gerieben.
Farbenlauf im Schnee. Ein Kind ruft eine Farbe, alle laufen zu einem Gegenstand in dieser Farbe und legen die Hand darauf. Wer zuletzt ankommt, ruft die nächste Farbe. Das Spiel eignet sich für tiefen Schnee, weil Laufen dort anstrengend ist, und sollte nach zehn Minuten enden.
Wie lange dürfen Kinder bei Kälte draußen spielen?
Die Faustregel lautet: so lange, wie Hände und Füße warm bleiben. Bei Temperaturen um null Grad sind vierzig bis sechzig Minuten draußen in Ordnung, bei minus zehn Grad höchstens dreißig Minuten am Stück. Danach folgt eine Pause in einem warmen Raum, mit warmem Getränk und trockenen Handschuhen. Ein Kind, das friert, hört auf, auch wenn das Spiel gerade schön ist. Kinder sagen Kälte oft spät, deshalb fragt eine Aufsichtsperson alle fünfzehn Minuten nach.
Welche Ausrüstung ist nötig?
Für Spiele auf dem Eis braucht ein Kind Schlittschuhe in der richtigen Größe, einen Helm und Handschuhe. Für Spiele im Schnee genügen wasserdichte Schuhe, Schneehose, Jacke, Mütze und zwei Paar Handschuhe zum Wechseln. Ein Schlitten oder ein Kissen hilft beim Ausruhen auf kalten Bänken. Wer auf einer zugefrorenen Fläche spielt, prüft vorher die Tragfähigkeit: offizielle Stellen geben Eisflächen erst frei, wenn die Schicht dick genug ist. Stehende Gewässer ohne Freigabe bleiben tabu.
Wie viele Kinder spielen mit?
Die meisten Spiele funktionieren mit vier bis zwölf Kindern. Bei mehr als zwölf teilt die Aufsicht in zwei Gruppen und wechselt nach jeder Runde die Felder. Für Fangen und Farbenlauf sind sechs bis acht Kinder ideal, weil sonst zu viele gleichzeitig ins Rutschen kommen. Eisstockschießen braucht genau sechs Kinder pro Durchgang. Kleinere Gruppen von drei Kindern können Zielwurf und Farbenlauf allein spielen, brauchen aber eine erwachsene Person in Sichtweite.
Welche Varianten gibt es für drinnen?
Wenn es zu kalt ist, lassen sich fast alle Spiele in die Turnhalle oder den Flur übertragen. Statt auf dem Eis wird auf Socken oder Filzgleitern gerutscht, auf einem glatten Boden ohne Teppich. Fangen wird zum Gehen mit langen Schritten, Zielwurf mit Papierbällen auf einen Karton. Der Farbenlauf funktioniert in der Wohnung mit farbigen Zetteln an den Wänden. So bleibt die Bewegung erhalten, ohne dass jemand friert.
Worauf müssen Erwachsene achten?
Eine Aufsichtsperson bleibt immer in Sichtweite und trägt selbst feste Schuhe. Auf dem Eis gilt: nicht auf die Fläche laufen, bevor alle Kinder bereit sind, und keine Ketten bilden, bei denen ein Kind das andere zieht. Stürze gehören dazu, deshalb ist ein Helm sinnvoll, solange Kinder unsicher bremsen. Bei Kälte zählt die Kleidung nach dem Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten wärmen besser als eine dicke. Nasse Kleidung wird sofort gewechselt. Nach dem Spielen kontrolliert die Aufsicht Hände, Ohren und Zehen auf weiße oder taube Stellen und wärmt sie langsam auf, nicht mit heißem Wasser.
Wie endet ein Spieltag gut?
Ein Spieltag endet mit einer festen Schlussrunde, damit kein Kind mitten im Lauf aufhört. Alle kommen zusammen, zählen die Punkte oder die Runden und gehen gemeinsam zum warmen Raum. Dort werden Schlittschuhe und Handschuhe getrocknet, damit sie beim nächsten Mal wieder warm sind. Wer die Spiele in einer festen Gruppe spielt, kann jede Woche eine andere Regel wählen und so Gleichgewicht und Ausdauer über den Winter aufbauen.